Montag, 14. November 2016

Zeitschrift Schule jetzt am Kiosk: Rechtsanwältin Sibylle Schwarz im Interview zu "schnell handeln"


Aktuelles Heft
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Außerdem finden Sie darin unter anderem folgende Themen aus den Ressorts:

– Schneller handeln: Eine Schulrechtsanwältin über Notenprobleme, zu viel Geduld und die Frage, warum ein Gang zum Arzt oft wichtiger ist als der zum Anwalt.

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Dienstag, 1. November 2016

Eltern der Viertklässler aufgepasst!

Schulwahl. Sie haben den Informationsveranstaltungen gelauscht, sich die gewünschte Schule angesehen, Ihre Entscheidung gefällt. Jetzt kann nichts mehr schiefgehen, oder doch?

Es gibt Schulen mit einer bestimmten Sprachenfolge (z. B. Spanisch als 1. Fremdsprache oder Russisch als 3. Fremdsprache). Oder mit einer Musikklasse beispielsweise Streicher- oder Bläserklassen. Oder eine Schule mit einem MINT-Schwerpunkt, sogar mit MINT-Unterricht ausschließlich in englischer Sprache. Aber auch Halbtags- oder Ganztagsschule und die Angebote, die bestimmte Schulen am Nachmittag freiwillig oder verpflichtend anbieten, sind hier zu nennen.

Jetzt steht Ihre Entscheidung: Sie haben die richtige Schule ab Klasse 5 für Ihr Kind gefunden.

Aber es gibt ein Problem: Schüler und ihre Eltern dürfen nur den Bildungsgang (quasi Gymnasium oder Realschule) wählen, aber eben nicht die konkrete Einzelschule.

In das Antragsformular auf Wechsel in die weiterführende Schule können Sie die von Ihnen ausgesuchte und gewünschte Schule eintragen. Eine Garantie, dass Ihr Kind dort einen Schulplatz erhalten wird, gibt es nicht.

  • Denn ist der Anmeldeantrag "mißglückt" ausgefüllt, kann das später unvorteilhafte Auswirkungen haben - kein Schulplatz an Wunschschule.
  • Ein cleverer Anmeldeantrag hingegen macht den Erhalt des gewünschten Schulplatzes wahrscheinlicher. 

Sie können das ausgefüllte Antragsformular abgeben und einfach warten. Wird schon werden, können Sie hoffen.


Oder Sie holen sich vorher Rat.

Als Eltern sollten Sie das Antragsformular, sprich die Anmeldung/Bewerbung um einen Schulplatz, nicht allzu sehr auf die leichte Schulter nehmen.

Wir empfehlen, jetzt eine Beratung wahrzunehmen. Erfahren Sie in der Beratung, welche Rechte Ihr Kind und Sie als Eltern haben. Lassen Sie sich bei der Angabe Erstwunsch oder Zweitwunsch und bei der Begründung des Antrags unterstützen. Lernen Sie die Kniffe kennen. Eine geschickte Bewerbung macht den Erhalt des Schulplatzes wahrscheinlicher.


Hier aktuelle Beiträge, wenn Sie zu dem Thema Schulwechsel mehr lesen möchten:

Schulwechsel macht Eltern Sorgen
Unser Kind soll klüger sein
   

Dienstag, 18. Oktober 2016

Semesterbeginn: guter Start


bildungsanwalt wünscht den "Erstis" und den Studierenden
einen guten Start in ein erfolgreiches Semester. 
Tipps für den Prüfungserfolg können hier auf dem Blog nachgelesen werden.
  

Montag, 10. Oktober 2016

Notenliste - jetzt Download

Die ersten Klassenarbeiten wurden längst schon geschrieben, in den nächsten Wochen sind in den meisten Bundesländern erst einmal Herbstferien. Ein guter Zeitpunkt also, den Download der school report Notenliste vorzunehmen. Bereits die Ergebnisse der zweiten Klassenarbeiten können Sie in dem Ausdruck vermerken. Sie haben dadurch stets den Überblick und können Ihr Kind optimal unterstützen.


Hier geht's zum Download der school report Notenliste und zu den Ausfüllhinweisen.

Dienstag, 30. August 2016

guter Schulstart



In den Bundesländern Hessen und Rheinland-Pfalz hat am Montag das neue Schuljahr begonnen. Heute wurden die Erstklässler eingeschult. Es hat ein hoffentlich gutes und erfolgreiches Schuljahr für alle Schüler begonnen.

Bei aller Freude über die Einschulung und darüber, nach den Sommerferien wieder mit den Freunden zusammen zu sein, auch im neuen Schuljahr kann es zu problematischen Situationen kommen. Guter und vor allem rechtzeitiger Rat helfen weiter.

  • In allen Bundesländern herrscht die Schulpflicht. Doch nicht jede Familie kann und will ihr Kind in die Schule schicken. Eine Schülerin, die zuhause lernte, erzählt nun in der Frankfurter Rundschau von ihrem Schulalltag.
Artikel FR

Link zum Video ARD moma

  • Auf den Seiten dieses Blogs finden Sie viele praxiserprobte Tipps. Diese können eine erste Hilfestellung sein. Im abgelaufenen Schuljahr habe ich nämlich oft von Eltern gehört, dass sie sich besser viel früher Rat geholt hätten. Scheuen Sie sich als Eltern nicht, Ärzte, Psychologen, Apotheker, Rechtsanwälte um deren Einschätzung zu bitten. Lieber einmal zu viel gefragt als zu wenig.

  • Wenn Ihr Kind unter einer Erkrankung oder Behinderung leidet, stellen Sie jetzt zu Beginn dieses neuen Schuljahres (wieder) einen Nachteilsausgleich. Verfolgen Sie genau, dass der Nachteilsausgleich auch tatsächlich gewährt wird.

  • Unsere Notenliste ist ein nützlicher Helfer. Tragen Sie schon von Anbeginn an die Noten Ihres Kindes dort ein.
Notenliste




Donnerstag, 7. Juli 2016

Irrtümer über Zeugnisse halten sich hartnäckig


© contrastwerkstatt - fotolia.com
Irrtum 1
Oft höre ich, dass ein Zeugnis, das schlechte Noten enthalte, vom Elternteil nicht unterschrieben werden dürfe. Dahinter steckt wohl die Angst der Eltern, durch eine getätigte Unterschrift etwas anzuerkennen.

Die Unterschrift der Mutter oder des Vaters auf dem Zeugnis als urkundlicher Nachweis bestätigt nur, dass Kenntnis davon genommen worden ist. 

Es kann ganz deutlich gesagt werden:
Mit der Unterschrift wird keine Waschmaschine bestellt, es wird auf keine Rechtsschutzmöglichkeit verzichtet, eine als ungerechtfertigt angesehene Note wird nicht anerkannt.

Wenn das Zeugnis von einem Elternteil unterschrieben worden ist, kann danach ohne jegliche Probleme Widerspruch gegen das Zeugnis erhoben werden. Rechtsschutzmöglichkeiten wurden durch die Unterschrift auf dem Zeugnis nämlich überhautp nicht ausgeschlossen.

Als Mutter oder Vater können Sie das Zeugnis Ihres Kindes ruhigen Gewissens unterschreiben.

Irrtum 2
Weiterhin hält sich eine Fehlvorstellung auch ziemlich hartnäckig: 
Während der 6 Wochen Sommerferien ist die Schule komplett geschlossen und die Lehrer haben solange Ferien.

Natürlich dürfen Menschen, die in einer Schule arbeiten, auch in den Sommerferien Urlaub machen. Sechs Wochen lang auf Hawaii am Strand liegen oder sechs Wochen lang die Schule nicht betreten müssen, ist aber völliger Unsinn.

Mitglieder der Schulleitung sind in den Sommerferien fast durchgängig anwesend.

Lehrkräfte müssen meist ab Ferienwoche 5 schon wieder in die Schule - sie müssen an Konferenzen teilnehmen, Nachprüfungen abhalten, etc.

Mitarbeiter in Schulbehörden sind von den Sommerferien unabhängig.

Während der Sommerferien wird in Schulen und in Schulbehörden gearbeitet.

Dienstag, 14. Juni 2016

Regeln gelten nicht nur bei der EM


© bluedesign - fotolia.com

Regeln gelten in jeder Prüfung. Und wer nicht nach den Regeln spielt, wird mit roter Karte vom Platz geschickt.


Egal ob Klassenarbeit, Vokabeltest, Abiturprüfung, IHK-Abschlussprüfung, Modulprüfung, Bachelorprüfung, Masterprüfung, Zwischenprüfung, Laufbahnprüfung, Jura - Staatsexamen, Zweite Pädagogische Staatsprüfung, Facharztprüfung - es gelten Regeln.

Ausbildungsordnungen und Prüfungsordnungen sowie 16 Landes-Schulgesetze bestimmen die maßgeblichen Regeln für den Ausbildungsverlauf und für die Prüfung, sie geben dem Prüfling* Rechte und legen ihm (Mitwirkungs-) Pflichten auf.

Beispiel 1:
Wenn Sie als Prüfling mal eben schnell nur eine Mail senden, obwohl Ihre Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Modulprüfung die Anmeldung via Online-System vorschreibt, dann haben Sie die Anmeldung nicht nach den Vorschriften der Ausbildungs- und Prüfungsordnung vorgenommen. 
Weil Sie sich nicht nach den Vorschriften zur Prüfung angemeldet haben, dürfen Sie die Klausur nicht mitschreiben. 
Besonders schlimm kann es werden, wenn diese Modulprüfung erst wieder im nächsten oder übernächsten Semester angeboten wird. Probleme sind dann vorprogrammiert - etwa Höchststudiendauer wird überschritten.

Beispiel 2:
Obwohl das Schulgesetz eine Bearbeitungsdauer von 2 Stunden für die Klassenarbeit vorschreibt, wird einem Schüler die Klassenarbeit vom Lehrer schon nach einer Stunde abgenommen.

Im Beispiel 1 hat der Prüfling* gegen die Regeln verstoßen, in Beispiel 2 die Prüfungsbehörde. Die beiden Beispiele illustrieren die Nichteinhaltung von bzw. einen Verstoß gegen Vorschriften einer Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung bzw. eines Schulgesetzes. 

In vielen Zulassungsverfahren erklärt der Prüfling in seinem Antrag auf Zulassung sogar ausdrücklich, dass ihm die Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung bekannt ist.

Ich rate jedem Prüfling daher, sich lange vor der Prüfung seine Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung (für Schüler und ihre Eltern: Schulgesetz) genau anzusehen. Hauptsächlich aus dem einfachen Grund: Eigene Fehler vermeiden macht den Prüfungserfolg wahrscheinlicher (Beispiel 1). 

Aber auch, weil manche Prüfungsbehörde oder manche Prüfer/Lehrer die Vorschriften der Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung bzw. des Schulgesetzes selbst nicht kennen. Sie können dann eine ahnungslose Prüfungsbehörde erkennen und entsprechend handeln (Beispiel 2).


Rechnen Sie damit, dass Lehrer, Prüfer oder Prüfungsbehörde Fehler machen. 


Wenn Sie dies nicht glauben mögen - hier ein Beispiel aus unserer Praxis: 

Eine junge Studentin buchte eine Beratung bei uns. Es ging ihr nicht gut. Die mündliche Prüfung hatte sie mit guter Note abgeschlossen, aber die schriftlichen Klausuren in allen drei Versuchen nicht bestanden. Die Hochschule sandte ihr das Schreiben 'Abschluss endgültig nicht bestanden und exmatrikuliert'. 

Wir Anwälte fanden heraus, dass zum Bestehen des Moduls eine bestandene mündliche Prüfung vollkommen ausreichte. Die Studentin hatte sich durch schriftliche Prüfungen gequält, die sie überhaupt nicht hätte ablegen müssen. Schlimmer noch, sie sollte sogar ohne Abschluss rausgeworfen werden, weil ihre Hochschule im Irrtum über Vorschriften der Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung war.


Hier sind meine Tipps:


Es ist also klug, wenn wenigstens ein Beteiligter der Prüfung - Sie als Student, Azubi, Anwärter - die Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung vorher gelesen hat. 
Und wenn Sie als Prüfling beim Lesen feststellen, dass die Ausbildungs- und Prüfungsordnung schwer oder erst gar nicht verständlich ist im Hinblick auf etwaig drohendes Problem, dann nicht einfach beiseite legen. Es empfiehlt sich, einen Anwalt um "Übersetzung" zu bitten.


Für SchülerInnen und Eltern bedeuten diese Ausführungen: Schulgesetz und dazugehörige Verordnungen ansehen. 
Auch hier gilt, wenn Sie als Schüler oder Eltern beim Lesen feststellen, dass das Schulgesetz und die dazugehörenden Verordnungen schwer oder erst gar nicht verständlich sind im Hinblick auf etwaig drohendes Problem, dann nicht einfach beiseite legen. Es empfiehlt sich, einen Anwalt um "Übersetzung" zu bitten.


* Prüfling ist als Oberbegriff für Schüler, Privatschüler, Studenten, Referendare, Azubis, Anwärter zu verstehen. Der eine Begriff erleichtert den Lesefluss.







Donnerstag, 2. Juni 2016

Blog übersetzen lassen


  • Ein Klick und die Informationen auf diesem Blog können in eine beliebige Sprache übersetzt werden.

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Dienstag, 31. Mai 2016

Schulplatzklage beauftragen? Schulplatz an Wunschschule erreichen?


  • Nun liegt das Schreiben in Ihrem Briefkasten. Ihr Kind bekommt nicht den Schulplatz an seinem Wunschgymnasium. Und nun?

noch freie Plätze?

Es stellt sich vor allem die Frage, ob vorhandene freie Kapazitäten vollständig ausgeschöpft wurden, wenn bestimmte Schulen beliebt sind und dort mehr Bewerbungen eingehen als Schulplätze vorhanden sind.

In den Gerichtsentscheidungen wird ausgeführt, dass wegen des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf Erziehung und Bildung regelmäßig eine vollständige Ausschöpfung der Kapazitäten verlangt werden muss. Auf jeden Fall müssen Schulen ihre Kapazitäten richtig berechnen, ausschöpfen und vorhandene Schulplätze an Bewerber vergeben.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof urteilt seit Jahren zudem, dass es im Ausnahmefall zu einer außerkapazitären Aufnahme kommen müsse.


Trends

In den Jahren unserer Tätigkeit hat sich allerdings gezeigt, dass es auch bei der Schulwahl "Trends" gibt.

In einem Jahr ist eine bestimmte Schule mehrfach überwählt, im Jahr darauf ist die Kapazitätssituation schon deutlich entspannter. Jedes Jahr ist anders. Vor allem hat das Hickhack um G8 und eine G9-Rückkehr die Kapazitätssituation ziemlich durcheinandergewirbelt.

Zu den Zeiten als es nur G8 gab, wichen Schüler und ihre Eltern auf Gesamtschulen mit 9-jähriger Gymnasialdauer aus.

Gymnasien, die zu G9 zurückgekehrt sind, sind überwählt, möglicherweise haben Gesamtschulen und G8-Gymnasien aber noch freie Plätze.


Schulplatzklage beauftragen?

Im Hochschulwesen sind Studienplatzklagen bekannt. Die freien Kapazitäten an begehrten Schulen sind begrenzt, daher wird ein Schüler einen freien Platz meist nur mit anwaltlicher Unterstützung ergattern können.

Die Aufnahme in die weiterführende Wunsch-Schule wird oft nur über den Weg der Schulplatzklage gelingen.

Bei der Schulplatzklage handelt es sich zumeist um ein Verfahren des Eilrechtsschutzes beim Verwaltungsgericht, das vielleicht einen Monat dauert. Zuvor sollte aber ein behördliches Widerspruchsverfahren eingeleitet werden. Beide Verfahren laufen in ungefähr parallel.

Es ist sinnvoll, dass diese Verfahren ein fachkundiger und erfahrener Anwalt führt.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren. (Bertolt Brecht)
In jedem Jahr gibt es "Siege" zu vermelden. Manche Familie, die zunächst keinen Platz an der Wunschschule ergattert hatte, konnte nach durchgeführten förmlichen Verahren ihr Kind dann doch noch auf die gewünschte Schule schicken. Meist wird dies aber nur mit Hilfe eines gewieften Anwalts gelingen.


Nachtrag August 2016

Auch in diesem Jahr ist es wieder gelungen. Nach ursprünglicher Ablehnung konnte doch noch für den einen oder anderen Schüler ein Platz an der Wunschschule ergattert werden.
     




  

Dienstag, 24. Mai 2016

Platz an Wunschschule? Entscheidung steht bevor



Ausgangssituation

Manches Kind soll einmal durch die Stadt fahren müssen, um zu seiner Schule zu gelangen. Manche Familie möchte ihr Kind unbedingt auf einem G9-Gymnasium beschulen lassen, dass die behördliche Schülerlenkung G8 entscheiden könnte, sorgt anscheinend für Angst.

Für Schüler und ihre Familien war die Wahl der Schule ab Klasse 5 auch in diesem Jahr wieder nicht leicht.

Problem

Leider besteht seit Jahren die immer gleiche Problematik:
Schüler und ihre Eltern dürfen nur den Bildungsgang wählen
(quasi Gymnasium oder Realschule),
aber eben nicht die (gewünschte) konkrete Einzelschule. 

konkrete Schule - Schwerpunkte, Profile, Sprachenfolge, Abschlüsse

Zumeist Gymnasien unterscheiden sich aufgrund von Schwerpunktbildungen, Profilen, Zertifizierungen oder erreichbaren Abschlüssen so weit voneinander, dass im Vergleich der Gymnasien miteinander von identischen Schulen längst nicht mehr gesprochen werden kann.

Gymnasien bilden fachliche Schwerpunkte aus, schaffen sich ein individuelles pädagogisches Profil oder bieten neben dem Abitur weitere Abschlüsse an (z. B. IB). Es gibt Schulen mit einer bestimmten Sprachenfolge (z. B. Spanisch als 1. Fremdsprache oder Russisch als 3. Fremdsprache), oder mit einer Musikklasse, oder mit MINT-Schwerpunkt, sogar mit MINT-Unterricht ausschließlich in englischer Sprache.

Aber auch Halbtags- oder Ganztagsschule und die Angebote, die bestimmte Schulen am Nachmittag freiwillig oder verpflichtend anbieten, sind hier zu nennen.

Alle Gymnasien halten zwar einen Unterricht entsprechend den Vorgaben des Lehrplans Gymnasium ab und verleihen den Abschluss Abitur, der Unterricht kann aber nur als „gymnasiale Grundversorgung“ angesehen werden.

Gymnasien bieten nämlich darüberhinaus Zusätzliches an. Hochschulen und mögliche spätere Arbeitgeber schauen nicht nur auf den Abschluss Abitur, ein einzelnes Fach mit einer bestimmten Note oder eine Fremdsprache mit einem bestimmten erreichten Level geben manchmal den Ausschlag für den Studienplatz oder den Job.

Die häufig anzutreffende Meinung, an jedem Gymnasium könne der Abschluss Abitur erreicht werden, das reiche ja wohl - dies wird den Anforderungen der heutigen Zeit in keinster Weise mehr gerecht.

gewünschten Schulplatz nicht bekommen

In diesen Tagen trifft Post bei den Familien ein. Bei mancher Familie wird eine Enttäuschung im Briefkasten liegen:
Das Kind hat den Platz an der gewünschten Schule nicht bekommen.
Was ist dann zu tun?






    

Donnerstag, 7. April 2016

Arbeit von morgen, Bildung von morgen (II)

Hier ein paar Links zum Thema Arbeit von morgen, Bildung von morgen. Link zu Artikel

Die Liste der Links ist längst nicht vollständig und natürlich durch meine Person geprägt, gleichwohl wird in den Beiträgen nicht unbedingt meine Meinung widergegeben.

Ausführlich lesen, nur ausgewählte Teile ansehen, lediglich "darüber fliegen" - Impulse sind bestimmt darunter.


Studie der Bertelsmann Stiftung

Artikel von Zukunftsforscher Horx

Matthias Horx über Netzkommunikation

weitere Publikationen des Zukunftsinstituts

Grünbuch des BMAS

Dialogprozess Arbeiten 4.0

Werkheft 01 Digitalisierung der Arbeitswelt

Foresight-Studie „Digitale Arbeitswelt“

Studie The Future of Employment

Video Frontal 21 zu Digitale Arbeitswelt

IAB Kurzbericht 24/2015

Publikationen des IAB

ROLAND Rechtsreport 2016 (Teil A)

farmamoara Blog

Stiftung Warentest zu Anwaltssuche (2013)

Bitkom Digital Office Index 2016

BCG How Legal Technology Will Change the Business of Law

Trends der Arbeitswelt

Arbeit von morgen, Bildung von morgen (I)

  • Der aktuelle Blogbeitrag widmet sich dem Thema: Arbeit von morgen, Bildung von morgen. Wir alle bemerken bereits die kleinen Veränderungen. War es das schon? Oder ist das nur ein Vorgeschmack auf die noch kommende "disruption"?

Bei einem Treffen von Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen werde ich als "bildungsanwalt" einen Impulsvortrag zum Thema "disruption in der Arbeitswelt" halten. Ein Impulsgeber muss sich auf einen Vortrag selbstverständlich vorbereiten. Dies soll allerdings nicht im stillen Kämmerlein geschehen, sondern online, damit viele teilhaben können.

Bildungsanwalt meint, eigentlich ist hiermit schon alles gesagt:
"... Bildungssysteme, die Lernende auf einen gänzlich veränderten Arbeitsmarkt vorbereiten müssten, ..."

Leider stellen die Bertelsmänner aber fest:
"Weiterbildung und Bildung halten (bisher) nicht mit dem raschen technologischen Wandel Schritt, während Einzelne längst die neuen Formen des Lernens und Arbeitens vorleben."



Zunächst geht es aber erst einmal um die neue Arbeitswelt. Es herrschen recht unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die "Arbeit von morgen" aussehen wird. In den Diskussionen taucht der Begriff "disruption" recht oft auf und seine deutsche Übersetzung "Erschütterung" spricht für radikale Umwälzungen. 

Andere Stimmen sehen einen weniger radikalen, eher gemäßigteren Wandel auf uns zu kommen. Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat einen Beitrag mit "Der Mythos Disruption" überschrieben.


Auch die Politik hat sich des Themas angenommen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ gestartet. Zu Beginn des Dialogs hat das Bundesministerium ein "Grünbuch Arbeiten 4.0" herausgegeben, eine Art Ausgangspunkt für die gewünschte Diskussion (www.arbeitenviernull.de oder #Arbeitenviernull).



Eine zentrale Aussage in der o.g. Studie der Bertelsmann Stiftung ist
"..., indem immer mehr Berufsgruppen und Tätigkeiten durch Automation ersetzt werden. Dann steht der Übergang in ein gänzlich neues System des Arbeitens und Wirtschaftens an, in dem auch die Sozialsysteme entsprechend anders aussehen müssen, und in dem vielleicht das Prinzip der Lohnarbeit gänzlich überholt ist."

Roboter, Maschinen, Automatisierung, Algorithmen, künstliche Intelligenz nehmen uns Arbeit ab oder ersetzen uns gleich als Arbeitskraft.

Schon im Jahr 2013 lief die Studie von Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne der University of Oxford durch's Netz. Verkürzt gesagt haben die beiden eine Liste aufgestellt, welche Berufe es in Zukunft nicht mehr wird geben. Infolge der fortschreitenden Technologisierung werden Berufe nämlich wegfallen mit der Folge eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit.

Studie The Future of Employment ansehen


Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit sieht es ein wenig anders:
"Bis zum Jahr 2025 werden 920.000 Arbeitsplätze zwischen den Berufsfeldern umgeschichtet."


Welche Schlussfolgerungen können für Bildung gezogen werden? Die o.g. Bertelsmann Studie folgert:
"Die Schlüsselfähigkeit wird die Fähigkeit sein, SICH SELBST etwas beibringen zu können."
"Die Vorstellung, sich für einen bestimmten Beruf ausbilden zu lassen und diesen dann ein Leben lang als sozial gut abgesicherte Angestellte in einem „Normalarbeitsverhältnis“ auszuüben, gar für nur einen oder zwei Arbeitgeber, sei heute schon größtenteils obsolet."
"Ein Großteil wissensbasierter Arbeit wird in Projektform abgewickelt und in Teams wechselnder Zusammensetzung, die zunehmend virtuell zusammenkommen und multinational zusammengesetzt sind."

Schüler und Studierende, später dann Berufstätige werden sich immer wieder motivieren müssen und immer wieder dazu lernen müssen - ein ganzes Leben lang. Ein Ausruhen auf einem erreichten Stand wird nur ins Abseits führen. 

Zu einem Projekt mit zunächst "wildfremden" Arbeitskollegen zusammen zukommen - offline oder vermehrt virtuell - und sich dann wieder zu trennen, setzt vielfältige soziale Kompetenzen voraus. 

Dieser Projektarbeiter wird ein Freiberufler bzw. sein eigener Unternehmer sein. Wer hier "unternehmerische Denke" mitbringt, wird im Vorteil sein.

Und die digitale Technik muss er/sie natürlich virtuos beherrschen. Der Think Tank formuliert es als "grundlegende Technologiekompetenz". Grundlegende Technologiekompetenz ist mehr als über WhatsApp eine Nachricht versenden zu können.


Die Konsequenz der Bertelsmann Studie für das Bildungssystem ist ungeheuerlich, kaum vorstellbar:
"Es braucht als erstes ein grundlegendes Umdenken im Bildungssystem:
weg vom Erlernen eines Berufs hin zur Entwicklung eines Portfolios von Fähigkeiten und Kompetenzen." 

Die Folge für das einzelne Individuum erscheint nach der Bertelsmann Studie erschreckend:
"..., dass für den Einzelnen der Wettbewerbsdruck steigt. Denn wenn etwa wissensbasierte Arbeit potenziell von jedem Ort ausgeübt werden kann, wird jede Stelle mit Mitarbeitern aus aller Welt besetzbar."

Oder besteht doch noch Hoffnung? Laut Bertelsmann Studie
"Der große Hoffnungsträger der meisten Experten ist – momentan – das Individuum. Sie halten den Einzelnen für flexibler und „smarter“ als die großen Systeme, ..."

Der traditionelle Rechtsanwalt für Bildungsrecht, also ich, wird sich zu folgendem Zukunftsberuf wandeln (müssen):
Bildungs-Portfolio-Optimierer

Und weil es sich um Treffen von Anwälten handelt, muss diese "Wahrheit" gesagt werden:
"... Forthmann erklärt sich das schlechte Abschneiden dieser Law Firms vor allem durch deren mangelndes Engagement in den sozialen Medien. "Ausgerechnet die bislang größten Kanzleien sind noch nicht richtig im Social-Media-Zeitalter angekommen", meint er. Sie konzentrierten ihre PR-Anstrengungen auf herkömmliche Print-Veröffentlichungen und seien kaum in Fachforen, bei Twitter oder in sozialen Netzwerken aktiv. " Viele Anwälte wollen ihren Namen unbedingt auf bedrucktem Papier sehen, nur das scheint für sie zu zählen", sagt Forthmann. ..."

Quelle: Anja Hall, Studie zur Sichtbarkeit im Web: Großer Nachholbedarf bei den großen Kanzleien. In: Legal Tribune Online, 24.03.2016, http://www.lto.de/persistent/a_id/18881/(abgerufen am: 24.03.2016) Link