14. Juni 2016

Regeln gelten nicht nur bei der EM


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Regeln gelten in jeder Prüfung. Und wer nicht nach den Regeln spielt, wird mit roter Karte vom Platz geschickt.


Egal ob Klassenarbeit, Vokabeltest, Abiturprüfung, IHK-Abschlussprüfung, Modulprüfung, Bachelorprüfung, Masterprüfung, Zwischenprüfung, Laufbahnprüfung, Jura - Staatsexamen, Zweite Pädagogische Staatsprüfung, Facharztprüfung - es gelten Regeln.

Ausbildungsordnungen und Prüfungsordnungen sowie 16 Landes-Schulgesetze bestimmen die maßgeblichen Regeln für den Ausbildungsverlauf und für die Prüfung, sie geben dem Prüfling* Rechte und legen ihm (Mitwirkungs-) Pflichten auf.

Beispiel 1:
Wenn Sie als Prüfling mal eben schnell nur eine Mail senden, obwohl Ihre Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Modulprüfung die Anmeldung via Online-System vorschreibt, dann haben Sie die Anmeldung nicht nach den Vorschriften der Ausbildungs- und Prüfungsordnung vorgenommen. 
Weil Sie sich nicht nach den Vorschriften zur Prüfung angemeldet haben, dürfen Sie die Klausur nicht mitschreiben. 
Besonders schlimm kann es werden, wenn diese Modulprüfung erst wieder im nächsten oder übernächsten Semester angeboten wird. Probleme sind dann vorprogrammiert - etwa Höchststudiendauer wird überschritten.

Beispiel 2:
Obwohl das Schulgesetz eine Bearbeitungsdauer von 2 Stunden für die Klassenarbeit vorschreibt, wird einem Schüler die Klassenarbeit vom Lehrer schon nach einer Stunde abgenommen.

Im Beispiel 1 hat der Prüfling* gegen die Regeln verstoßen, in Beispiel 2 die Prüfungsbehörde. Die beiden Beispiele illustrieren die Nichteinhaltung von bzw. einen Verstoß gegen Vorschriften einer Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung bzw. eines Schulgesetzes. 

In vielen Zulassungsverfahren erklärt der Prüfling in seinem Antrag auf Zulassung sogar ausdrücklich, dass ihm die Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung bekannt ist.

Ich rate jedem Prüfling daher, sich lange vor der Prüfung seine Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung (für Schüler und ihre Eltern: Schulgesetz) genau anzusehen. Hauptsächlich aus dem einfachen Grund: Eigene Fehler vermeiden macht den Prüfungserfolg wahrscheinlicher (Beispiel 1). 

Aber auch, weil manche Prüfungsbehörde oder manche Prüfer/Lehrer die Vorschriften der Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung bzw. des Schulgesetzes selbst nicht kennen. Sie können dann eine ahnungslose Prüfungsbehörde erkennen und entsprechend handeln (Beispiel 2).


Rechnen Sie damit, dass Lehrer, Prüfer oder Prüfungsbehörde Fehler machen. 


Wenn Sie dies nicht glauben mögen - hier ein Beispiel aus unserer Praxis: 

Eine junge Studentin buchte eine Beratung bei uns. Es ging ihr nicht gut. Die mündliche Prüfung hatte sie mit guter Note abgeschlossen, aber die schriftlichen Klausuren in allen drei Versuchen nicht bestanden. Die Hochschule sandte ihr das Schreiben 'Abschluss endgültig nicht bestanden und exmatrikuliert'. 

Wir Anwälte fanden heraus, dass zum Bestehen des Moduls eine bestandene mündliche Prüfung vollkommen ausreichte. Die Studentin hatte sich durch schriftliche Prüfungen gequält, die sie überhaupt nicht hätte ablegen müssen. Schlimmer noch, sie sollte sogar ohne Abschluss rausgeworfen werden, weil ihre Hochschule im Irrtum über Vorschriften der Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung war.


Hier sind meine Tipps:


Es ist also klug, wenn wenigstens ein Beteiligter der Prüfung - Sie als Student, Azubi, Anwärter - die Ausbildungsordnung und Prüfungsordnung vorher gelesen hat. 
Und wenn Sie als Prüfling beim Lesen feststellen, dass die Ausbildungs- und Prüfungsordnung schwer oder erst gar nicht verständlich ist im Hinblick auf etwaig drohendes Problem, dann nicht einfach beiseite legen. Es empfiehlt sich, einen Anwalt um "Übersetzung" zu bitten.


Für SchülerInnen und Eltern bedeuten diese Ausführungen: Schulgesetz und dazugehörige Verordnungen ansehen. 
Auch hier gilt, wenn Sie als Schüler oder Eltern beim Lesen feststellen, dass das Schulgesetz und die dazugehörenden Verordnungen schwer oder erst gar nicht verständlich sind im Hinblick auf etwaig drohendes Problem, dann nicht einfach beiseite legen. Es empfiehlt sich, einen Anwalt um "Übersetzung" zu bitten.


* Prüfling ist als Oberbegriff für Schüler, Privatschüler, Studenten, Referendare, Azubis, Anwärter zu verstehen. Der eine Begriff erleichtert den Lesefluss.







2. Juni 2016

Blog übersetzen lassen


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31. Mai 2016

Schulplatzklage beauftragen? Schulplatz an Wunschschule erreichen?


  • Nun liegt das Schreiben in Ihrem Briefkasten. Ihr Kind bekommt nicht den Schulplatz an seinem Wunschgymnasium. Und nun?

noch freie Plätze?

Es stellt sich vor allem die Frage, ob vorhandene freie Kapazitäten vollständig ausgeschöpft wurden, wenn bestimmte Schulen beliebt sind und dort mehr Bewerbungen eingehen als Schulplätze vorhanden sind.

In der Rechtsprechung wird ausgeführt, dass wegen des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf Erziehung und Bildung regelmäßig eine vollständige Ausschöpfung, ggf. sogar eine Überschreitung / Ausweitung der Kapazitäten verlangt werden muss. Zumindest müssen Schulen ihre Kapazitäten richtig berechnen, ausschöpfen und vorhandene Schulplätze an Bewerber vergeben.


Trends

In den Jahren unserer Tätigkeit hat sich allerdings gezeigt, dass es auch bei der Schulwahl "Trends" gibt.

In einem Jahr ist eine bestimmte Schule mehrfach überwählt, im Jahr darauf ist die Kapazitätssituation schon deutlich entspannter. Jedes Jahr ist anders. Vor allem hat das Hickhack um G8 und eine G9-Rückkehr die Kapazitätssituation ziemlich durcheinandergewirbelt.

Zu den Zeiten als es nur G8 gab, wichen Schüler und ihre Eltern auf Gesamtschulen mit 9-jähriger Gymnasialdauer aus.

Gymnasien, die zu G9 zurückgekehrt sind, sind überwählt, möglicherweise haben Gesamtschulen und G8-Gymnasien aber noch freie Plätze.


Schulplatzklage beauftragen?

Im Hochschulwesen sind Studienplatzklagen bekannt. Die freien Kapazitäten an begehrten Schulen sind begrenzt, daher wird ein Schüler einen freien Platz meist nur mit anwaltlicher Unterstützung ergattern können.

Die Aufnahme in die weiterführende Wunsch-Schule wird oft nur über den Weg der Schulplatzklage gelingen.

Bei der Schulplatzklage handelt es sich zumeist um ein Verfahren des Eilrechtsschutzes beim Verwaltungsgericht, das vielleicht einen Monat dauert. Zuvor sollte aber ein behördliches Widerspruchsverfahren eingeleitet werden. Beide Verfahren laufen in ungefähr parallel.

Es ist sinnvoll, dass diese Verfahren ein fachkundiger und erfahrener Anwalt führt.

Wer nicht kämpft, hat schon verloren. (Bertolt Brecht)
In jedem Jahr gibt es "Siege" zu vermelden. Manche Familie, die zunächst keinen Platz an der Wunschschule ergattert hatte, konnte nach durchgeführten förmlichen Verahren ihr Kind dann doch noch auf die gewünschte Schule schicken. Meist wird dies aber nur mit Hilfe eines gewieften Anwalts gelingen.
     




  

24. Mai 2016

Platz an Wunschschule? Entscheidung steht bevor



Ausgangssituation

Manches Kind soll einmal durch die Stadt fahren müssen, um zu seiner Schule zu gelangen. Manche Familie möchte ihr Kind unbedingt auf einem G9-Gymnasium beschulen lassen, dass die behördliche Schülerlenkung G8 entscheiden könnte, sorgt anscheinend für Angst.

Für Schüler und ihre Familien war die Wahl der Schule ab Klasse 5 auch in diesem Jahr wieder nicht leicht.

Problem

Leider besteht seit Jahren die immer gleiche Problematik:
Schüler und ihre Eltern dürfen nur den Bildungsgang wählen
(quasi Gymnasium oder Realschule),
aber eben nicht die (gewünschte) konkrete Einzelschule. 

konkrete Schule - Schwerpunkte, Profile, Sprachenfolge, Abschlüsse

Zumeist Gymnasien unterscheiden sich aufgrund von Schwerpunktbildungen, Profilen, Zertifizierungen oder erreichbaren Abschlüssen so weit voneinander, dass im Vergleich der Gymnasien miteinander von identischen Schulen längst nicht mehr gesprochen werden kann.

Gymnasien bilden fachliche Schwerpunkte aus, schaffen sich ein individuelles pädagogisches Profil oder bieten neben dem Abitur weitere Abschlüsse an (z. B. IB). Es gibt Schulen mit einer bestimmten Sprachenfolge (z. B. Spanisch als 1. Fremdsprache oder Russisch als 3. Fremdsprache), oder mit einer Musikklasse, oder mit MINT-Schwerpunkt, sogar mit MINT-Unterricht ausschließlich in englischer Sprache.

Aber auch Halbtags- oder Ganztagsschule und die Angebote, die bestimmte Schulen am Nachmittag freiwillig oder verpflichtend anbieten, sind hier zu nennen.

Alle Gymnasien halten zwar einen Unterricht entsprechend den Vorgaben des Lehrplans Gymnasium ab und verleihen den Abschluss Abitur, der Unterricht kann aber nur als „gymnasiale Grundversorgung“ angesehen werden.

Gymnasien bieten nämlich darüberhinaus Zusätzliches an. Hochschulen und mögliche spätere Arbeitgeber schauen nicht nur auf den Abschluss Abitur, ein einzelnes Fach mit einer bestimmten Note oder eine Fremdsprache mit einem bestimmten erreichten Level geben manchmal den Ausschlag für den Studienplatz oder den Job.

Die häufig anzutreffende Meinung, an jedem Gymnasium könne der Abschluss Abitur erreicht werden, das reiche ja wohl - dies wird den Anforderungen der heutigen Zeit in keinster Weise mehr gerecht.

gewünschten Schulplatz nicht bekommen

In diesen Tagen trifft Post bei den Familien ein. Bei mancher Familie wird eine Enttäuschung im Briefkasten liegen:
Das Kind hat den Platz an der gewünschten Schule nicht bekommen.
Was ist dann zu tun?






    

7. April 2016

Arbeit von morgen, Bildung von morgen (II)

Hier ein paar Links zum Thema Arbeit von morgen, Bildung von morgen. Link zu Artikel

Die Liste der Links ist längst nicht vollständig und natürlich durch meine Person geprägt, gleichwohl wird in den Beiträgen nicht unbedingt meine Meinung widergegeben.

Ausführlich lesen, nur ausgewählte Teile ansehen, lediglich "darüber fliegen" - Impulse sind bestimmt darunter.


Studie der Bertelsmann Stiftung

Artikel von Zukunftsforscher Horx

Matthias Horx über Netzkommunikation

weitere Publikationen des Zukunftsinstituts

Grünbuch des BMAS

Dialogprozess Arbeiten 4.0

Werkheft 01 Digitalisierung der Arbeitswelt

Foresight-Studie „Digitale Arbeitswelt“

Studie The Future of Employment

Video Frontal 21 zu Digitale Arbeitswelt

IAB Kurzbericht 24/2015

Publikationen des IAB

ROLAND Rechtsreport 2016 (Teil A)

farmamoara Blog

Stiftung Warentest zu Anwaltssuche (2013)

Bitkom Digital Office Index 2016

BCG How Legal Technology Will Change the Business of Law

Trends der Arbeitswelt

Arbeit von morgen, Bildung von morgen (I)

  • Der aktuelle Blogbeitrag widmet sich dem Thema: Arbeit von morgen, Bildung von morgen. Wir alle bemerken bereits die kleinen Veränderungen. War es das schon? Oder ist das nur ein Vorgeschmack auf die noch kommende "disruption"?

Bei einem Treffen von Rechtsanwälten und Rechtsanwältinnen werde ich als "bildungsanwalt" einen Impulsvortrag zum Thema "disruption in der Arbeitswelt" halten. Ein Impulsgeber muss sich auf einen Vortrag selbstverständlich vorbereiten. Dies soll allerdings nicht im stillen Kämmerlein geschehen, sondern online, damit viele teilhaben können.

Bildungsanwalt meint, eigentlich ist hiermit schon alles gesagt:
"... Bildungssysteme, die Lernende auf einen gänzlich veränderten Arbeitsmarkt vorbereiten müssten, ..."

Leider stellen die Bertelsmänner aber fest:
"Weiterbildung und Bildung halten (bisher) nicht mit dem raschen technologischen Wandel Schritt, während Einzelne längst die neuen Formen des Lernens und Arbeitens vorleben."



Zunächst geht es aber erst einmal um die neue Arbeitswelt. Es herrschen recht unterschiedliche Auffassungen darüber, wie die "Arbeit von morgen" aussehen wird. In den Diskussionen taucht der Begriff "disruption" recht oft auf und seine deutsche Übersetzung "Erschütterung" spricht für radikale Umwälzungen. 

Andere Stimmen sehen einen weniger radikalen, eher gemäßigteren Wandel auf uns zu kommen. Der Zukunftsforscher Matthias Horx hat einen Beitrag mit "Der Mythos Disruption" überschrieben.


Auch die Politik hat sich des Themas angenommen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat den Dialogprozess „Arbeiten 4.0“ gestartet. Zu Beginn des Dialogs hat das Bundesministerium ein "Grünbuch Arbeiten 4.0" herausgegeben, eine Art Ausgangspunkt für die gewünschte Diskussion (www.arbeitenviernull.de oder #Arbeitenviernull).



Eine zentrale Aussage in der o.g. Studie der Bertelsmann Stiftung ist
"..., indem immer mehr Berufsgruppen und Tätigkeiten durch Automation ersetzt werden. Dann steht der Übergang in ein gänzlich neues System des Arbeitens und Wirtschaftens an, in dem auch die Sozialsysteme entsprechend anders aussehen müssen, und in dem vielleicht das Prinzip der Lohnarbeit gänzlich überholt ist."

Roboter, Maschinen, Automatisierung, Algorithmen, künstliche Intelligenz nehmen uns Arbeit ab oder ersetzen uns gleich als Arbeitskraft.

Schon im Jahr 2013 lief die Studie von Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne der University of Oxford durch's Netz. Verkürzt gesagt haben die beiden eine Liste aufgestellt, welche Berufe es in Zukunft nicht mehr wird geben. Infolge der fortschreitenden Technologisierung werden Berufe nämlich wegfallen mit der Folge eines Anstiegs der Arbeitslosigkeit.

Studie The Future of Employment ansehen


Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit sieht es ein wenig anders:
"Bis zum Jahr 2025 werden 920.000 Arbeitsplätze zwischen den Berufsfeldern umgeschichtet."


Welche Schlussfolgerungen können für Bildung gezogen werden? Die o.g. Bertelsmann Studie folgert:
"Die Schlüsselfähigkeit wird die Fähigkeit sein, SICH SELBST etwas beibringen zu können."
"Die Vorstellung, sich für einen bestimmten Beruf ausbilden zu lassen und diesen dann ein Leben lang als sozial gut abgesicherte Angestellte in einem „Normalarbeitsverhältnis“ auszuüben, gar für nur einen oder zwei Arbeitgeber, sei heute schon größtenteils obsolet."
"Ein Großteil wissensbasierter Arbeit wird in Projektform abgewickelt und in Teams wechselnder Zusammensetzung, die zunehmend virtuell zusammenkommen und multinational zusammengesetzt sind."

Schüler und Studierende, später dann Berufstätige werden sich immer wieder motivieren müssen und immer wieder dazu lernen müssen - ein ganzes Leben lang. Ein Ausruhen auf einem erreichten Stand wird nur ins Abseits führen. 

Zu einem Projekt mit zunächst "wildfremden" Arbeitskollegen zusammen zukommen - offline oder vermehrt virtuell - und sich dann wieder zu trennen, setzt vielfältige soziale Kompetenzen voraus. 

Dieser Projektarbeiter wird ein Freiberufler bzw. sein eigener Unternehmer sein. Wer hier "unternehmerische Denke" mitbringt, wird im Vorteil sein.

Und die digitale Technik muss er/sie natürlich virtuos beherrschen. Der Think Tank formuliert es als "grundlegende Technologiekompetenz". Grundlegende Technologiekompetenz ist mehr als über WhatsApp eine Nachricht versenden zu können.


Die Konsequenz der Bertelsmann Studie für das Bildungssystem ist ungeheuerlich, kaum vorstellbar:
"Es braucht als erstes ein grundlegendes Umdenken im Bildungssystem:
weg vom Erlernen eines Berufs hin zur Entwicklung eines Portfolios von Fähigkeiten und Kompetenzen." 

Die Folge für das einzelne Individuum erscheint nach der Bertelsmann Studie erschreckend:
"..., dass für den Einzelnen der Wettbewerbsdruck steigt. Denn wenn etwa wissensbasierte Arbeit potenziell von jedem Ort ausgeübt werden kann, wird jede Stelle mit Mitarbeitern aus aller Welt besetzbar."

Oder besteht doch noch Hoffnung? Laut Bertelsmann Studie
"Der große Hoffnungsträger der meisten Experten ist – momentan – das Individuum. Sie halten den Einzelnen für flexibler und „smarter“ als die großen Systeme, ..."

Der traditionelle Rechtsanwalt für Bildungsrecht, also ich, wird sich zu folgendem Zukunftsberuf wandeln (müssen):
Bildungs-Portfolio-Optimierer

Und weil es sich um Treffen von Anwälten handelt, muss diese "Wahrheit" gesagt werden:
"... Forthmann erklärt sich das schlechte Abschneiden dieser Law Firms vor allem durch deren mangelndes Engagement in den sozialen Medien. "Ausgerechnet die bislang größten Kanzleien sind noch nicht richtig im Social-Media-Zeitalter angekommen", meint er. Sie konzentrierten ihre PR-Anstrengungen auf herkömmliche Print-Veröffentlichungen und seien kaum in Fachforen, bei Twitter oder in sozialen Netzwerken aktiv. " Viele Anwälte wollen ihren Namen unbedingt auf bedrucktem Papier sehen, nur das scheint für sie zu zählen", sagt Forthmann. ..."

Quelle: Anja Hall, Studie zur Sichtbarkeit im Web: Großer Nachholbedarf bei den großen Kanzleien. In: Legal Tribune Online, 24.03.2016, http://www.lto.de/persistent/a_id/18881/(abgerufen am: 24.03.2016) Link
   

23. Februar 2016

Mit welchen Problemen wird ein Prüfungsrechtler befasst?

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In ein paar Tagen müssen hessische Abiturienten ihre schriftlichen Abiturprüfungen absolvieren. Im Vorfeld vor solchen wichtigen Prüfungen können sich viele Fragen auftun. Zudem kann bei einer Prüfung immer auch etwas "schief gehen".

Ein Einsatzgebiet für einen Rechtsanwalt für Prüfungsrecht.

Aber welche Fragen werden ihm/ihr gestellt? Welche Probleme tauchen in einer Prüfung auf?

Vor einer Prüfung stellen sich hauptsächlich Fragen zum Ablauf der Prüfung und zum Prüfungsverfahren, allgemein zu Prüfungsrecht. Auch, welche Rechte und Pflichten hat ein Abiturient, ein Student, ein Prüfling in einer Prüfung?


Prüfungsablauf sowie Rechte und Pflichten des Prüflings ergeben sich zumeist aus der Art der Prüfung:
  • lediglich Klassenarbeit oder Hochschulprüfung oder staatliche Prüfung (Staatsexamen, Staatsprüfung) oder gar Abschlussprüfung wie Abitur 
  • schriftliche Prüfung, mündliche Prüfung, praktische Prüfung 

Die Art der Prüfung hat Auswirkungen auf den weiteren Ablauf wie:
  • Prüfungsvorbereitung 
  • Prüfungsverfahren mitsamt Ablauf, Terminen, Fristen, Ladung 
  • Prüfungsanmeldung, Meldung zur Prüfung 
  • Prüfungszulassung 

auch
  • Prüfung bei z. B. Legasthenie, ADS/ADHS 
  • Prüfung bei Prüfungsangst / Angststörung 
  • Nachteilsausgleich bei Prüfungen, vorheriger Antrag 
  • Prüfungsrücktritt bei akuter Krankheit 
  • Prüfungsrücktritt bei chronischer Krankheit 


Es kann sich bei der anstehenden Prüfung aber auch schon um eine Prüfungswiederholung handeln. Hier kommt oft die Frage nach der Befangenheit der Prüfer auf. Dürfen die Prüfer aus dem ersten nicht bestandenen Versuch die Wiederholungsprüfung abhalten?


Und natürlich kann zu jedem Zeitpunkt etwas "schief gehen". Beispiele:
  • verpatzte Anmeldung zur Prüfung
  • doch nicht abgemeldet von Prüfung
  • nicht zugelassen zur Prüfung
  • nicht gewährter Nachteilsausgleich in Prüfung
  • Prüfung nicht bestanden
  • Wiederholungsprüfung nicht bestanden
  • Prüfung endgültig nicht bestanden
  • Prüfungsrücktritt nicht genehmigt




15. Februar 2016

Schulwahl weiterführende Schule - Endspurt für Antrag

Gehen Sie noch zum erfahrenen Anwalt,
bevor Sie den Antrag ausfüllen,
nicht erst Wochen nach der Ablehnung.

- >  Antrag auf Platz in weiterführender Schule ab Klasse 5

Es sind noch ungefähr zwei Wochen Zeit, dann muss das Antragsformular auf einen Schulplatz in einer weiterführenden Schule ab Klasse 5 abgegeben sein.

Viele Familien haben die Tage der offenen Türen in den Schulen mitgemacht und sich die Schulen genau angesehen. Die Entscheidung, welche Schule ihr Kind ab Klasse 5 besuchen soll, hat sich keine Familie leicht gemacht.

- >  Leider besteht seit Jahren die immer gleiche Problematik:
Schüler und ihre Eltern dürfen nur den Bildungsgang (quasi Gymnasium oder Realschule) wählen, aber eben nicht die konkrete Einzelschule.

Dass bei manchem Schüler Tränen fliessen werden, weil es mit dem Platz an der Wunschschule nicht klappen wird, ist leider sicher, den zwei Drittel der Familien wählen mittlerweile "Gymnasium".

- >  Tipp

Wir empfehlen, jetzt noch eine Beratung wahrzunehmen. Erfahren Sie in der Beratung, welche Rechte Ihr Kind und Sie als Eltern haben. Lassen Sie sich beim Ausfüllen des Antrags helfen. 

Ist der Anmeldeantrag "mißglückt" ausgefüllt, kann das später unvorteilhafte Auswirkungen haben.

Oder anders ausgedrückt: Eine clevere Bewerbung macht den Erhalt des gewünschten Schulplatzes wahrscheinlicher. Lassen Sie sich beraten!

 

    

4. Februar 2016

Achtung neues Meldegesetz - Schulwahl ab Klasse 5 -

Manche Familie kommt auf eine vermeintlich glorreiche Idee.

Sie melden sich bei einer befreundeten oder verwandten Familie an, ohne umzuziehen, und geben deren Adresse in den Antragsformularen für die Schule an. Sie hoffen, mit dieser Adresse einen Schulplatz an der gewünschten Schule zu bekommen.

In dem Begehren, dass ihr Kind die Wunschschule oder die gewünschte Kita besuchen kann, trickst manche Familie mit einer Scheinadresse. In Wirklichkeit wohnen sie da, wo sie schon lange wohnen, sie geben aber in Anträgen eine falsche Adresse an.

Davor kann nur gewarnt werden.

Es war schon immer zutiefst peinlich für die Familie, wenn die Schulbehörde ihnen auf die Schliche kam und die in der Bewerbung um den Schulplatz angegebene Adresse als Scheinadresse entlarvte.


- > Jetzt gibt es ein neues Meldegesetz.

Wenn die Familie tatsächlich umzieht, muss sie dies nicht mehr einfach nur der zuständigen Behörde melden. Die umziehende Familie benötigt dafür zukünftig eine Bestätigung vom Vermieter.

Ein Vermieter wird kaum bescheinigen, dass neben einer tatsächlich in seiner Wohnung wohnenden Familie spontan noch eine weitere Mutter / Vater mit Kind einziehen darf. Schon der Vermieter wird den Schwindel bemerken und entsprechend keine weitere Bescheinigung ausstellen.

Und die Schulbehörden liegen schon längst auf der Lauer, ist es nun noch einfacher, Scheinadressen aufzudecken - siehe Video.
 

3. Februar 2016

überarbeitete Notenliste online



Dank vieler Rückmeldungen von Schülern, Eltern und Lehrkräften konnte die Notenliste überarbeitet und übersichtlicher gestaltet werden.

Den Feedbacks war ein Wunsch gemeinsam, dass die Notenliste eine Spalte für Notizen oder Anmerkungen enthalten sollte.

Oft war in den Rückmeldungen zu lesen, dass besser zwei Notenlisten erstellt werden, für jedes Schulhalbjahr eine eigene.

Gerade die Lehrkräfte wiesen ausdrücklich darauf hin, dass deutlich gemacht werden muss, dass Noten nicht mathematisch mit dem Taschenrechner gemacht werden dürfen.


Die Übergreifende Schulordnung in Rheinland-Pfalz vermerkt:
"Zur Festsetzung der Zeugnisnote eines Faches, in dem mehrere Klassenarbeiten geschrieben worden sind, wird eine Gesamtnote für Klassenarbeiten und eine Gesamtnote für andere Leistungsnachweise gebildet. Die Gesamtnote soll durch eine hinreichende Zahl von Einzelnoten begründet sein. Die Gesamtnote muss nicht der rechnerische Durchschnitt der Einzelnoten sein. Einzelnoten können unterschiedlich gewichtet werden, wenn dies durch den Schwierigkeitsgrad oder den Umfang der überprüften Leistung begründet ist. Die Zeugnisnote ist der rechnerische Durchschnitt der Gesamtnote für Klassenarbeiten und der Gesamtnote für andere Leistungsnachweise; ergibt der Durchschnitt einen Bruchwert, ist er unter Berücksichtigung der Tendenz jeder der beiden Gesamtnoten und des Gesamteindrucks auf- oder abzurunden. Beide Gesamtnoten und die Zeugnisnote werden in die Zeugnisliste aufgenommen ..." (§ 61 II ÜSchO)

Beispielsweise das Hessische Schulgesetz führt aus:
"Grundlage der Leistungsbeurteilung sind die mündlichen, schriftlichen, praktischen und sonstigen Leistungen, die die Schülerin oder der Schüler im Zusammenhang mit dem Unterricht erbracht hat." (§ 73 I 1 HSchG)

In der neuen Notenliste wurde durch die Umstellung auf Halbjahresrhythmus mehr Platz für die unterschiedlichen Leistungen geschaffen, die - verschieden gewichtet - in eine Zeugnisnote eingehen.

Natürlich konnte weder auf die einzelnen Schulformen noch auf die Besonderheiten von 16 Bundesländern im Detail Rücksicht genommen werden. Die überarbeitete Notenliste versucht dennoch, alle Schulformen und Bundesländer-Besonderheiten "in groben Zügen" einzubeziehen.