Donnerstag, 28. Mai 2015

Die zwanghafte perfekte Erziehung

Wo lässt sich eine Grenze ziehen zwischen elterlicher Liebe und Überbehütung?
Die Grenze ist erreicht, wenn man sagt: Ich tue alles für mein Kind – sogar das, was es selber tun könnte. Damit tue ich meinem Kind keinen Gefallen. Dann kann es keine eigene Erfahrung machen – sei es eine Entbehrung, ein Bedürfnisaufschub oder die Erfahrung mit dem Streit. Natürlich muss ich mich einmischen, wenn mein Kind ernsthaft bedroht wird. Aber der Umgang mit alltäglichen Konflikten, etwa um Spielzeug, ist wichtig für die persönliche Entwicklung.
Quelle:
HELIKOPTER-ELTERN Die zwanghafte perfekte Erziehung Von GÖTZ NAWROTH
FR Artikel vom 26. Mai 2015


Der berühmte Kinderarzt Remo H. Largo formuliert es ähnlich:
Der Sinn des kindlichen Lernens liegt nicht im Endprodukt, sondern im Lernprozeß selbst. Umwege, Fehlschläge und Enttäuschungen gehören ebenso zur Lernerfahrung wie der Erfolg.
Üben besteht nicht aus stereotypen Wiederholungen, sondern in einem Anpassen der neu erworbenen Fähigkeiten an unterschiedliche äußere Bedingungen sowie in der Integration in vorhandene Fähigkeiten.
Quelle:
Remo H. Largo, Kinderjahre, Serie Piper, Seite 228

Das Streiten und das Versöhnen lernt man eben nur durch streiten und versöhnen.
Quelle: 
obiger FR Artikel