Freitag, 30. Oktober 2015

TIPP 5: sich von Profis helfen lassen! Uni, FH, Studium

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Prüfungstipp 5: sich von Profis helfen lassen!

Beispiel 1:
Lange vor einer Prüfung kann eine Studentin überhaupt nicht mehr schlafen, ihr ist schwindelig, sie hat Herzrasen, konzentriert lernen geht gar nicht mehr.
Statt einen Arzt oder Psychologen aufzusuchen und abklären zu lassen, ob sie nur normal nervös ist oder schon krank, nimmt sie ein paar Pillen aus dem Drogeriemarkt ein.

Beispiel 2:
Eine Modulklausur wurde im Juni im letzten Versuch nicht bestanden. Im Juli erhält der Student unerfreuliche Post von der Hochschule, die mitteilt, dass der Studiengang endgültig nicht bestanden sei und die Exmatrikulation ausgesprochen werde.

Gleich fragt der Student bei Kommilitonen nach und googelt. Aus dem, was er von Mitstudierenden aufgeschnappt hat und aus den Inhalten einiger Suchergebnistreffer bastelt er einen Widerspruch und sendet ihn an die Hochschule.

Monat um Monat vergeht, von der Hochschule hört er nichts. Der vage in Aussicht gestellte Arbeitsplatzantritt im Herbst ist jedenfalls futsch, fehlt doch der Abschluss.

Im Februar dann endlich, das Wintersemester neigt sich dem Ende zu, trifft doch noch Post von der Hochschule ein. Der Widerspruch solle innerhalb einer Woche begründet werden, andernfalls wird er nach Aktenlage abgewiesen.

  • „Ich brauche keinen Arzt oder Anwalt - habe ich doch gegoogelt.“
Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, sich bei körperlichen Beschwerden, seelischem Leid oder rechtlichen Problemen zunächst im Internet zu informieren. Allerdings sollte es nicht beim Ansehen der Suchergebnisse bleiben.

Mittlerweile eine Binsenweisheit:
Wenn man im Internet konkrete Beschwerden eingibt und danach in paar Treffern nachliest, kann man von harmloser Unpässlichkeit bis zum lebensbedrohlichem Krebs alles haben.

Der medizinische Psychologe Ernst Pöppel im FR-Interview über den Willen, das Beste aus sich herauszuholen, über Wissen und Bildung und über die Kreativität, die sich nicht im Internet finden lässt:
"[...] Das kann ich doch alles bei Wikipedia nachschlagen," war die Antwort einer Studentin.
"Darum geht es aber nicht beim Wissen von Tatsachen. Es geht darum, dass ich sie meinem Gehirn zuführe, damit das damit arbeiten kann.
Die Kreativität, also das, was wir aus den Tatsachen machen, ist nicht im Internet. Sie ist in unseren Köpfen. Dort wird Wissen verknüpft, dort entstehen Assoziationen, Ideen. [...]".  zum Interview

Es ist ratsam, einen Arzt, Psychologen, Apotheker oder Anwalt zu fragen.

Der Arzt / Psychologe gibt nach eingehender Untersuchung Entwarnung oder stellt eine Diagnose mitsamt Therapiemöglichkeiten.

Der Anwalt geht auch nicht anders vor. Er macht nach Durchsicht der Unterlagen auf die persönliche Lebenssituation bezogene Vorschläge für Handlungsmöglichkeiten.

Arzt, Psychologen, Apotheker oder Anwalt ist also gemeinsam, dass sie alle ihr Handwerk gelernt haben, über langjährige Erfahrungen aus vielen Anwendungsfällen verfügen und daher die Fähigkeit haben, den für die tatsächliche Situation richtigen Rat geben zu können.

Oder um es in wenigen Worten auszudrücken:
  • "Mancher ertrinkt lieber, als daß er um Hilfe ruft."
von Wilhelm Busch, humoristischer Dichter, 1832-1908

TIPP Wenn Sie alleine nicht weiterkommen, nehmen Sie Hilfe an und verlassen Sie sich auf "verknüpftes Wissen, Kreativität, Ideen" von Profis wie Ärzten, Psychologen, Apothekern oder Anwälten.