Montag, 9. November 2015

heute krank - morgen Prüfung! Verhalte Dich klug.

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Wer bei sich etwas bemerkt, das den Verdacht nährt: oh je krank, kann ein echtes Problem bekommen, wenn Prüfungen anstehen.

Hier mal vereinfacht, was zu tun ist. Leider ist es in Wahrheit viel komplizierter, je nachdem was die jeweiligen Ausbildungs- und Prüfungsordnungen sagen, dort hineinschauen kann weiterhelfen.


1.
Der Prüfling muss seine Befindlichkeiten mit Hilfe einer ärztlichen / fachärztlichen / amtsärztlichen Untersuchung aufklären. Vereinfacht: -> Schnell zum Arzt.


2.
Wenn der Arzt eine Erkrankung diagnostiziert, steht der Prüfling vor einer schwierigen Entscheidung: Rücktritt von der Prüfung wegen Krankheit erklären oder sich zur Prüfung hinschleppen.


3.
Egal, wie die Entscheidung ausgeht, es muss schnell, -> sehr schnell gehandelt werden.

Oder im Juristendeutsch: Der Prüfling darf mit seiner Erklärung des Rücktritts gegenüber der Ausbildungsstätte keinesfalls zu lange warten. Das Attest vom Arzt muss der Erklärung natürlich beigelegt werden.

Die Gerichte sagen dazu: Der Prüfling müsse unverzüglich handeln.
An die Unverzüglichkeit des Rücktritts von der Prüfung wird von den Gerichten ein strenger Maßstab angelegt. So haben die Gericht immer wieder entschieden:

"Nach den allgemeinen Grundsätzen des Prüfungsrechts ist es Sache des Prüflings, sich darüber Klarheit zu verschaffen, ob seine Leistungsfähigkeit durch außergewöhnliche Umstände, insbesondere durch Krankheit, erheblich beeinträchtigt ist,
und bejahendenfalls daraus unverzüglich die in der jeweiligen Prüfungsordnung vorgesehenen Konsequenzen zu ziehen, und zwar bei krankheitsbedingter Prüfungsunfähigkeit grundsätzlich vor Beginn der Prüfung, spätestens aber dann, wenn er sich ihrer bewusst geworden ist. ..."

"Diese ärztliche Begutachtung des Klägers nach der Klausur hat jedoch nicht zeitnah stattgefunden. ... dass der nachträgliche Rücktritt unverzüglich geltend gemacht wird, wobei an die Unverzüglichkeit ein strenger Maßstab anzulegen ist."

"Der Arzt hat den Kläger nicht zeitnah zu der Prüfung am 11. Juni, sondern nach seiner Bescheinigung vom 13. Juni erst an jenem Tag erstmalig vorgestellt bekommen.
[...] auch der ärztlichen Bescheinigung vom 13. Juni nicht mit der erforderlichen Gewissheit entnommen werden, dass der Kläger auch am Prüfungstag dem 11. Juni so erkrankt war, [...]"

Unverzüglich kann je nach den Umständen des Einzelfalls nämlich bedeuten:

Ratsam, eine Rücktrittserklärung unter Vorlage eines ärztlichen / fachärztlichen / amtsärztlichen Attestes (vorher natürlich Arztbesuch) am Tag der Prüfung vornehmen, damit der erklärte Rücktritt als unverzüglich gilt.


4.
Wenn sich der Prüfling in Kenntnis seiner gesundheitlichen Beeinträchtigungen einer Prüfung unterzieht, eben keinen Rücktritt erklärt hat, kann er im Falle der dann doch nicht bestandenen Prüfung - von sehr seltenen Ausnahmen abgesehen - keine neue Prüfungschance bekommen.
Vereinfacht: -> Sich krank zur Prüfung hinschleppen und diese dann verhauen, ist kein Argument für einen neuen Versuch.


* Prüfling ist als Oberbegriff für Schüler, Privatschüler, Studenten, Referendare, Azubis, Anwärter zu verstehen. Der eine Begriff erleichtert den Lesefluss.