Dienstag, 10. November 2015

mit leistungssteigernder Arznei in Prüfung? eher nicht! (bildungsanwalt)

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Hirndoping-Arzneien mögen ein neues Phänomen sein. Alt hingegen ist die Rechtsprechung zur Medikamenteneinnahme vor / bei Prüfungen.


Das Bundesverwaltungsgericht hatte im Jahre 1993 schon entschieden:
"Klärungsbedürftig sei die Frage, [...]
daß sich der Prüfling nach Erkennen der durch die Medikamente verursachten Prüfungsunfähigkeit auf sie nicht mehr berufen könne.

In diesem Urteil ist weiterhin betont worden,

daß nur dann, wenn der Prüfling sich ohne eigenes Verschulden der Prüfungslage ausgesetzt habe, die Prüfungsunfähigkeit berücksichtigt werden könne;

ein solcher Ausnahmefall werde nicht anzunehmen sein, wenn der Prüfling diesen Zustand selbst schuldhaft, z.B. durch die Einnahme bestimmter Arzneien, herbeigeführt

oder in Kenntnis seines Zustandes sich dem Risiko ausgesetzt habe, daß die Prüfung für ihn ungünstig ausgehe."

Es besteht durchaus die Gefahr, dass die leistungssteigernde Arznei eben genau das Gegenteil bewirkt. Nach Medikamenteneinnahme ist die Leistung nicht gesteigert und zudem liegen auch noch Nebenwirkungen vor.

Seine wahren Fähigkeiten kann der Prüfling in der Prüfung dann nicht mehr zeigen. Rücktritt von der Prüfung soll zudem ausgeschlossen sein.