Mittwoch, 19. April 2017

Inklusion Schule


Inklusion in der Schule. Gibt es Inklusion in den Schulen wirklich oder handelt es sich nur um ein Lippenbekenntnis der Politiker?

"Feststellung und Erfüllung des Anspruchs auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot" wie es das Bundesland Baden-Württemberg formuliert, dies klingt nach Umsetzung von Inklusion. Wenn ein gehbehinderter Schüler zum Unterricht aber in den vierten Stock "gehen" soll ohne dass das Schulgebäude einen Aufzug hat, dann sind doch Zweifel angebracht.

In den Bundesländern sind manchmal die Bezeichnungen unterschiedlich, auf die Wortwahl jedes Bundeslandes wird zur besseren Lesbarkeit nicht eingegangen.

Hessen: sonderpädagogische Förderung von Schülerinnen und Schülern mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen

Rheinland-Pfalz: sonderpädagogischer Förderbedarf

NRW: sonderpädagogische Förderung


Verfahren zur Feststellung

Das Verfahren zur Feststellung eines Förderbedarfs bzw. von bestimmten Fördermaßnahmen beginnt mit der Antragstellung, wobei zumeist die besuchte Schule den Antrag stellt.

Danach folgen Überprüfungen durch einen Förderschullehrer in Form von beispielsweise pädagogisch-diagnostischen Untersuchungen oder Unterrichtsbesuchen, gegebenenfalls sind auch ergänzende Untersuchungen durch den Schularzt oder den Schulpsychologen vorgesehen.

Auf der Grundlage solcher schriftlicher Untersuchungsergebnisse trifft die zuständige Schulbehörde anhand der Akten eine Entscheidung über die Feststellung der sonderpädagogischen Förderung.


Überprüfung der Entscheidung möglich

Die Feststellung der sonderpädagogischen Förderung ist eine behördliche Entscheidung und kann - auch gerichtlich - auf Richtigkeit hin überprüft werden. Meist muss vorher ein Widerspruchsverfahren geführt werden und zwar bei eben jener Behörde, die die Entscheidung getroffen hat.


Sonderschule oder Regelschule?

Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse wird vom Amt entschieden, ob der Schüler einer Regelschule (allgemeine Schule) oder einer Förderschule mit einem bestimmten Förderschultyp zugewiesen (Zuweisung) wird.

Bestimmte Typen von Förderschulen (Sonderschulen) unterrichten allerdings nicht nach dem Lehrplan einer allgemeinen Schule (Regelschule), an diesen bestimmten Förderschultypen kann auch kein allgemeiner Schulabschluss erworben werden.

Die Entscheidung, welche Schule ein Kind oder ein Jugendlicher bei festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf besuchen soll, ist deshalb sehr sorgsam zu treffen. Oder die in den Augen der Eltern falsche Entscheidung der Behörde muss angegriffen werden.


Überprüfung der Entscheidung möglich

Vor allem die schulbehördliche Zuweisung eines Schülers an eine Förderschule (Sonderschule) sollte auf Richtigkeit hin überprüft werden.


Frist unbedingt einhalten

Schnelles Handeln ist angezeigt. (Bescheid) Feststellung und (Bescheid) Zuweisung können nur innerhalb eines Monats angegriffen werden.